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upLIFT Fragment Recall in Studio 2017: Bahnbrechende TM-Technologie

„Man weiß nicht, was man nicht weiß, bis man es weiß“: Dieser Spruch fiel mir bei unserer ersten SDL Trados Roadshow in Oslo wieder ein. Unsere Umfrage zu den Trends in der Übersetzungsbranche ergab dieses Jahr, dass lediglich 50 % der Befragten der Ansicht sind, dass sie ihre Übersetzungs-Tools optimal nutzen. Mit Blick auf das Smartphone in meiner Hand wurde mir klar, dass dies bei neuen Technologien ganz normal ist.

Ich würde mich zwar als kompetenten Smartphone-Benutzer bezeichnen, nutze aber wahrscheinlich noch nicht einmal die Hälfte der verfügbaren Apps und Features – und weil ich nicht weiß, was mir entgeht, bleiben mir die weiteren Funktionen meines Smartphones verborgen. Wenn ich mein Handy besser nutzen könnte, ohne einen umfangreichen Lernprozess zu durchlaufen oder meine Angewohnheiten als Benutzer zu ändern, würde ich bestimmt nicht nein sagen!

Darum freuen wir uns bei SDL so sehr über die Einführung von Studio 2017 mit unserer neuen bahnbrechenden Translation Memory-Technologie „upLIFT“. Diese Technologie zeichnet sich durch zwei wichtige neue Funktionen aus: Mit upLIFT Fragment Recall und upLIFT Fuzzy Repair können Sie Ihre TMs effizienter als je zuvor nutzen, ohne Ihre Arbeitsweise ändern zu müssen. Beginnen wir mit der Fragmenterkennung (Fragment Recall): Diese Technologie ist darauf ausgerichtet, „Segmentfragmente“ (Teilsegmente) aus dem Translation Memory auf neuartige Art und Weise zu nutzen, sodass Übersetzer in „Kein Treffer“- oder „Fuzzy-Match“-Szenarien automatisch Vorschläge erhalten und schneller arbeiten können. Gehen wir darauf näher ein …

Was ist Fragmenterkennung und warum verwenden wir sie?

Angenommen, Sie arbeiten an einer Übersetzung und das TM zeigt für ein Segment keinen Treffer an. In diesem Szenario haben Sie mehrere Möglichkeiten: Sie könnten eine Konkordanzsuche durchführen oder die maschinelle Übersetzung aktivieren. Wenn Sie Studio 2014 oder 2015 nutzen, könnten Sie auch ein AutoSuggest-Wörterbuch verwenden. Alle diese Optionen erfordern jedoch manuelle Prozesse, bei denen Sie nicht immer auf die Qualität oder den Kontext des Übersetzungsvorschlags vertrauen können. Hier kommt die Fragmenterkennung ins Spiel, die Ihnen intelligente Fragment-Matches direkt aus dem TM liefert. In Studio 2017 gibt es zwei Arten von Matches:

  1. Übereinstimmende Fragmente in neuen Segmenten im Abgleich mit ganzen Übersetzungseinheiten (ÜE), die mit diesem Symbol gekennzeichnet sind: whole-tu
  2. Übereinstimmende Fragmente in neuen Segmenten im Abgleich mit entsprechenden Segmenten innerhalb vorhandener Übersetzungseinheiten (ÜE), die mit diesem Symbol gekennzeichnet sind: existing-tu

Der Unterschied wird in den folgenden Screenshots deutlich:

„Kein Match“-Szenario mit Fragmenterkennung in ganzer Übersetzungseinheit

Abbildung 1: „Kein Match“-Szenario mit Fragmenterkennung in ganzer Übersetzungseinheit

Übereinstimmende Fragmente aus Übersetzungseinheiten

Abbildung 2: Übereinstimmende Fragmente aus Übersetzungseinheiten

Wenn für ein Segment keine Übereinstimmung im TM gefunden wird, werden diese Fragmente automatisch erfasst und im neuen „Fragment-Match“-Fenster sowie über AutoSuggest angezeigt, sobald Sie mit der Eingabe beginnen.

Der große Vorteil von upLIFT Fragment Recall besteht darin, dass Sie immer den Kontext des erkannten Fragments sehen können, indem Sie auf den Match klicken. Wie in den Abbildungen 1 und 2 zu sehen, ist der Match sowohl im Ausgangs- als auch im Zieltext hervorgehoben. Zudem wird der vollständige Kontext der Übersetzungseinheit angezeigt, wenn der Match aus einem ÜE-Fragment stammt (Abbildung 2), sodass Sie sich darauf verlassen können, dass der Match im aktuellen Kontext verwendet werden kann.

Darüber hinaus ist jeder neue Inhalt, den Sie zum TM hinzufügen, sofort für die Fragmenterkennung verfügbar. Dadurch sinkt Ihr Zeit- und Arbeitsaufwand reduziert. Schluss mit dem manuellen Erstellen von Wörterbüchern!

Sie können upLIFT Fragment Recall auch verwenden, um Terminologie zu extrahieren, denn die Matches lassen sich im Handumdrehen direkt aus dem „Fragment-Match“-Fenster in Terminologiedatenbanken einpflegen, sodass die Konsistenz Ihrer Übersetzungen gewährleistet ist.

Mit der neuen Funktion zur Batch-Verarbeitung können Sie sogar die Auswirkungen dieser Fragment-Matches messen und vor oder nach der Übersetzung entsprechende Berichte erstellen.

Hinter den Kulissen

Wir haben die TM-Technologie hinter den Kulissen verändert, um upLIFT zu ermöglichen. Die Suche nach Matches vollständiger Segmente gestaltet sich wesentlich einfacher, da Paare abgeglichener Segmente angezeigt werden. Auf der Ebene der Teilsegmente ist dieser Vorgang jedoch etwas komplexer. Die präzise Zuordnung von ÜE-Fragmenten (z. B. eines Satzteils oder eines Begriffs innerhalb eines Satzes) und das Abrufen des entsprechenden Teils der Übersetzung erfordern ein viel präziseres Alignment, das wir als detailgenaues Alignment bezeichnen. Mit upLIFT sind Sie in der Lage, neue TMs mithilfe dieser TM-Technologie mit detailgenauem Alignment zu erstellen oder vorhandene TMs so zu aktualisieren, dass Sie den größtmöglichen Nutzen aus dieser neuen Funktion ziehen können.

Dank dieser Änderung der TM-Technologie sind Sie in der Lage, Ihre TMs noch effizienter zu nutzen, ohne dass beim Übersetzungsvorgang zusätzliche manuelle Schritte anfallen. Studio 2017 bietet Technologie, die den Unterschied macht – und upLIFT ist ein klarer Unterschied. Freuen Sie sich auf unseren nächsten Blog-Beitrag zu upLIFT Fuzzy Repair, in dem Sie mehr über diese Technologie erfahren.

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