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Terminologie und ihre Auswirkungen auf die Übersetzungsqualität

Ich hatte bereits in einem früheren Blog erwähnt, dass ich als Übersetzer ins Berufsleben gestartet bin. So war ich eine Zeit lang als freiberuflicher Übersetzer tätig, bevor ich 1994 als erster Training- und Support-Engineer zu Trados stieß. Als langjähriges Mitglied der Übersetzungsbranche war ich daher ganz schön gespannt auf die Ergebnisse der SDL Umfrage Erkenntnisse zu Übersetzungstechnologien.Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Die Umfrage erfasste fünf zentrale Themenbereiche und deckte einige Überraschungen auf – als wichtigstes Thema kristallisierte sich jedoch die Übersetzungsqualität heraus.

Interessanterweise zeigten die Ergebnisse nicht nur, dass der Qualität eine besondere Rolle zukommt; sie identifizierten auch eine Reihe von Herausforderungen in der Branche. Aus den Umfrageergebnissen geht beispielsweise hervor, dass Terminologie eine der größten Herausforderungen bei der Wahrung eines angemessenen Qualitätsniveaus darstellt. Von den Befragten, die Übersetzungen nachbearbeiten, nannten 48 Prozent „inkonsistente Terminologie“ als häufigsten Grund für Überarbeitungen.

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Vor diesem Hintergrund wandte ich mich an einen unserer besten Kunden. Semantix ist der führende Anbieter von Übersetzungs- und Dolmetschdienstleistungen in Skandinavien. Ich wollte herauszufinden, wie dieses Unternehmen die Nachbearbeitung verringert oder sogar ganz vermeidet. Zu inkonsistenter Terminologie sagte Christophe Eyraud, Experte für Übersetzungslösungen: „Natürlich ist die Nachbearbeitung immer ein Ärgernis und im schlimmsten Fall sogar ein Problem, aber es gibt Mittel und Wege, sie zu vermeiden.

Beim Kunden:

  • Pflegt der Kunde formelle Terminologiedatenbanken und hat er diese an den Sprachdienstleister weitergegeben?
  • Wird die Terminologiedatenbank um aussagekräftige Hinweise ergänzt? (Ich habe schon oft Terminologiedatenbanken mit Synonymen gesehen, zu denen es weder Anmerkungen noch Statusangaben wie genehmigt, abgelehnt, bevorzugt gab.)

Beim Sprachdienstleister:

  • Wurde die Terminologieliste des Kunden in eine Terminologiedatenbank umgewandelt, die weitergegeben oder in einem Projekt verwendet werden kann?
  • Wenn es für den Kunden eine Terminologiedatenbank gibt: Wurde sie dem Projekt hinzugefügt?
  • Stimmen die Verifizierungseinstellungen für die Terminologie?
  • Hat der Projektmanager die Terminologieverifizierung über das Projekt laufen lassen?

Beim Übersetzer:

  • Hat der Übersetzer überprüft, ob er den Status und andere terminologiebezogene Metadaten in SDL Trados Studio sehen kann?
  • Hat der Übersetzer die Verifizierungsschritte wie z. B. QA Checker, Terminologie-, Tag- und XML-Prüfung ausgeführt, um den übersetzten Text auf Fehler und inkonsistente Begriffswahl zu überprüfen?

Wenn ein falscher Begriff verwendet wurde oder wenn die Übersetzung inkonsistente Terminologie enthält, liegt das in der Regel daran, dass einer dieser Schritte ausgelassen worden ist. Für alle Fragen im Zusammenhang mit der Nachbearbeitung durch den Sprachdienstleister oder den Übersetzer gibt es in der Regel eine Technologielösung.

Wir können sogar noch einen Schritt weiter gehen:

Wie verfahren Sie beispielswiese bei Kunden, die ständig neue Begriffe hinzufügen oder bestehende Terminologie ändern? Wie können Sie diese Begriffe für den Übersetzer leicht zugänglich machen?

Oder umgekehrt: Wie machen Sie neue Begriffe in Übersetzungen des Ausgangstexts zur Validierung durch den Kunden verfügbar? Auch dafür gibt es Technologielösungen. Aus meiner Sicht besteht die eigentliche Herausforderung nicht darin, die Technologie an sich zu meistern. Viel schwieriger ist es, Benutzer von den Vorteilen der Technologie zu überzeugen, damit sie sie konsequent einsetzen. Am besten lässt sich dies durch gezielte Schulungen erreichen. Die Implementierung einer neuen Technologie geht immer mit einer Veränderung bestehender Prozesse einher, und wie wir alle wissen, mögen Menschen keine Veränderungen.“

Christophe Eyraud hat dargelegt, wie Nachbearbeitung vermieden werden kann, indem die Terminologie als wesentlicher Aspekt der Qualität angesehen wird, und wie Technologielösungen dabei helfen können. Zu oft versuchen Übersetzer, ohne formelles Terminologiemanagement den Überblick über das Kundenvokabular zu behalten, und stützen sich auf Wortlisten, Glossare oder Tabellenkalkulationsprogramme. Diese Lösungen ermöglichen zwar einen schnellen Einstieg in die Terminologiearbeit, aber sie reichen einfach nicht aus, um das inzwischen erforderliche Qualitätsniveau zu wahren. Ein Terminologiemanagement-System muss vier entscheidende Funktionsbereiche abdecken:

  1. Die Möglichkeit zur Verwaltung mehrerer Sprachen
  2. Unterstützung eines begriffsorientierten Ansatzes sowie Speicherung einer beliebigen Anzahl von Synonymen für jeden Begriff
  3. Skalierbarkeit zur Unterstützung geografisch verteilter Teams
  4. Integration in Übersetzungs-Workflows.

Wenn Sie Fachterminologie und die zugehörigen Metadaten verwalten, zentralisieren und allen Personen bereitstellen, die an der Erstellung und Übersetzung von Inhalten beteiligt sind, werden Inkonsistenzen vermieden. Der Nachbearbeitungsaufwand wird entsprechend reduziert und die Übersetzungen zeichnen sich durch höhere Genauigkeit und Qualität aus. Ein zentralisiertes Terminologiemanagement gewährleistet eine einheitliche Markenbildung und Kommunikationsstrategie – sowohl lokal als auch standortübergreifend. Dies führt zu mehr Markenbefürwortern auf allen Märkten.

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